Das Corti-Organ (Organum spirale corti) des Innenohres ist der eigentliche Ort der Umwandlung der
akustischen Reize in Nervenimpulse. Da sich das Corti-Organ auf der Basilarmembran befindet,
bewegt jede Bewegung derselben das Corti-Organ mit. Es besteht aus inneren und äußeren Sinneszellen,
mit einer Verbindung zur Nervenbahn des Hörnerven (Nervus acusticus), und Stützzellen.
Jede der Sinneszellen ist von 50 bis 100 (nach anderen Angaben auch 140) Sinneshärchen bedeckt.
Die Sinneszellen heißen deshalb manchmal auch Haarzellen. Die Lage der inneren und äußeren
Haarzellen bedingt eine Versorgung durch unterschiedliche Nervenfasern und lässt die Vermutung
aufkommen, dass beide innere und äußere Zellen eine unterschiedliche Funktion beim
Hörvorgang besitzen.
Auf dem Corti-Organ liegt die Deckmembran (Trktorialmembran=Membrana tectoria),
bestehend aus Proteinfibrillen,eine gallertartigen Masse.
Eine Verbiegung der Sinneshärchen aktiviert die Sinneszellen.
Die Wanderwellen bewegen sich
in Längsrichtung der Basilarmembran, sorgen aber auch für eine Querauslenkung, so dass
sich die Basilarmembran in diese Richtung bewegt und die Tektorialmembran mit sich zieht.
Durch die unterschiedlichen Aufhängepunkte der Membranen, und somit der Möglichkeit der Bewegung
unabhängig voneinander, tritt eine Scherbewegung der Membranen auf. Durch diese
Scherbewegung und die Scherkräfte werden die Spitzen der Haarzellen bewegt oder
abgeknickt.
Auch die äußeren Haarzellen können Signale aufnehmen. Im gegensatz zu den inneren
Haarzellen, wo eine Haarzelle mit mehrern Nervenfasern des Hörnerven vrbunden ist,
scheinen mehrere äußere Haarzellen mit einer einzigen Nervenbahn verbunden und somit wohl
in der Lage auch kleinere Schalldrücke wahrzunehmen.
Die inneren Haarzellen reagieren auf größere Intensitäten und wirken dabei frequenzselektiv.
Die äußeren Haarzellen erfassen in erster Linie Signale mit geringerer Intensität und
verstärken, durch Vergrößerung und Verkleinerung, aktiv die Bewegungen der Basilarmembran,
die dann leichter von den inneren Haarzellen registriert werden kann.
Als Beleg für diese aktive, signalverstärkende Funktion der Äußeren Haarzellen gelten die
sogenannten otoakustischen Emissionen. KEMP fand 1978 durch ein Experiment heraus,
dass das Ohr aktiv ein "Echosignal" erzeugt. Die äußeren Haarzellen erzeugen eine Bewegung
der Basilarmembran, was dann zu einer Bewegung der Perilymphe, der Gehörknöchelchen und
schließlich des Trommelfells führt, welches ,wie eine Lautsprechermembran, das Signal in
den Gehörgang abstrahlt.
Das abgestrahlte Signal ist ohne Verstärkung unhörbar. Otoakustische Emissionen können
auch spontan auftreten
© 2005 Reinhold Greisbach (Institut für Phonetik)
JWG-Universität Frankfurt am Main
Erstellt von Benjamin Kratz, Janina Schwital, Maren Stahlberg und Kerstin Stock im Rahmen
des Seminars Grundlagen der Phonetik II im SS 04
am Institut für Phonetik der JWG-Universität Frankfurt am Main