Die folgenden Ergebnisse gelten für Signale länger als 200ms (= stationäre Signale)
Diese Präsentationsweisen beeinflussen die Ruhehörschwelle => sie sinkt z.B. um ca. 3 dB bei binauraler Präsentation, wenn die Schallquelle vor dem Hörerkopf ist.
Das pendelnde Einregeln ist eine Methode zur Bestimmung der Ruhehörschwellenkurve. Die Versuchsperson hört einen Sinuston über Kopfhörer/Lautsprecher. Die Frequenz des Signals beträgt am Anfang 20 Hz, die Intensität des Signals wird kontinuierlich schwächer. Die Versuchsperson drückt eine Taste, wenn sie das Signal nicht mehr wahrnimmt. Diese Sequenz wiederholt sich mit Tönen höherer Frequenz, bis der ganze Frequenzbereich erfasst ist. Da mehrere Versuchspersonen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, werden diese gemittelt. Von dem ca. 10 dB breitem Band der Unsicherheit nimmt man die geglättete Mittellinie als Grenze. Die Ruhehörschwellenkurve kann variieren, als Ruhehörschwelle wird diejenige gewählt, bei der 50% der Hörer zu hören beginnen. Zwischen den besten und den schlechtesten Hörern kann eine Differenz von bis zu 20 dB bestehen.
Der minimale hörbare Schalldruck am Trommelfell dient als Referenz. Ein Kleinstmikrophon wird im Gehörgang der Versuchsperson plaziert. Die Versuchsperson befindet sich in einem schalltoten Raum und wird über Lautsprecher beschallt. Gemessen wird
MAP = monaurale Messung (= Messung mit einem Ohr)
Versuchsperson wird in einem schalltoten Raum mit Signalen unterschiedlicher Intensität beschallt. Sie muss die Wahrnehmug/Nicht-Wahrnehmung des Signals mitteilen. Später wird an die Stelle, an der vorher der Kopf der Versuchsperson war, ein Mikrophon plaziert. Es misst die Intensität der getesteten Signale.
MAF = binaurale Messung (= Messung mit beiden Ohren)
Die drei Verfahren (Pendelndes Einregeln, MAP, MAF) kommen zu leicht unterschiedlichen Ergebnissen, z.B. ist bei der MAF die Höhrschwelle ca. 10 dB niedriger als bei der MAP.
Bei TERHARDT findet man für die Ruhehörschwelle eine empirische Formel. Mit ihr kann man den Schalldruckpegel P an der Ruhehörschwelle für eine gegebene Freuquenz berechnen (mit P [db] und f [kHz]):
© 2005 Reinhold Greisbach (Institut für Phonetik)
JWG-Universität Frankfurt am Main
Erstellt von Benjamin Kratz, Janina Schwital, Maren Stahlberg und Kerstin Stock im Rahmen
des Seminars Grundlagen der Phonetik II im SS 04
am Institut für Phonetik der JWG-Universität Frankfurt am Main